Gendersensible Wahrnehmung als zentrale Voraussetzung für chancengerechten Unterricht?
Im Rahmen seiner Bachelorarbeit befasste sich Geoffrey Weber damit, wie bestimmte individuelle Merkmale mit Unterschieden in der Wahrnehmung genderrelevanter Aspekte bei angehenden Lehrpersonen zusammenhängen. Das nachfolgende Abstract gibt einen kompakten Einblick in die Fragestellung, das Studiendesign und die zentralen Ergebnisse der Arbeit. Die Bachelorarbeit steht am Seitenende zum Download zur Verfügung.
Abstract - die Studie im Überblick
Gendersensible Wahrnehmung ist eine zentrale Voraussetzung für chancengerechten Unterricht. Diese Arbeit befasst sich damit, wie bestimmte individuelle Merkmale mit Unterschieden in der Wahrnehmung genderrelevanter Aspekte bei angehenden Lehrpersonen zusammenhängen. Diese Studie untersucht Zusammenhänge zwischen individuellen Faktoren und der Wahrnehmung genderrelevanter Aspekte im NMG-Unterricht.
Grundlage ist eine quantitative Querschnittsstudie mit N = 133 Studierenden der Primarstufe an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PHLU). Zur Erfassung der Wahrnehmung wurden unterrichtsbezogene Vignetten eingesetzt. Diese offenen Antworten wurden theoriegeleitet kodiert und quantifiziert. Als Prädiktoren wurden biologisches Geschlecht, Geschlechtsrollenorientierungen (Bem Sex-Role Inventory), Studiensemester und Unterrichtserfahrung berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen der Vignettenwahrnehmung und Studiensemester sowie biologischem Geschlecht. Zudem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass höhere Feminitätsausprägungen mit einer sensibleren Wahrnehmung genderrelevanter Aspekte verbunden sein könnten, während sich für Maskulinität keine entsprechenden Effekte zeigen. Ebenfalls wies Unterrichtserfahrung ausserhalb der Praktika keinen signifikanten Zusammenhang mit der Wahrnehmung auf. Die Ergebnisse verweisen auf die Bedeutung reflexiver Ausbildungsprozesse und liefern Hinweise für die Weiterentwicklung der Lehrpersonenausbildung.
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Geoffrey Weber, 2026
Aus Datenschutzgründen gekürzte Fassung
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den betreuenden Dozenten: matthias.hoesli@phlu.ch
