Es bleibt MINTeressant
Nach knapp eineinhalb Jahren Projektlaufzeit werden im Projekt «MINT-Berufswelten und Rollenbilder erkunden» erste Ergebnisse sichtbar. Während zu Beginn vor allem konzeptionelle Arbeiten im Vordergrund standen, nehmen zentrale Projektbestandteile zunehmend Form an. Aktuell stehen insbesondere die Ausgestaltung der Weiterbildung, die Entwicklung der Lernwerkstatt sowie Fragen der Evaluation im Fokus.
Parallel dazu entstehen erste Unterrichtsmaterialien und Role-Model-Porträts, die Kindern interessengeleitete Einblicke in technische und naturwissenschaftliche Berufswelten ermöglichen sollen. Auch die Vernetzung mit externen Institutionen und Praxispartnern wird kontinuierlich ausgebaut.

Das Projekt im Überblick
Mit dem Projekt «MINT-Berufswelten und Rollenbilder erkunden» sollen Kinder, insbesondere Mädchen, frühzeitig für MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) begeistert werden. Gleichzeitig möchte das Projekt dazu beitragen, stereotype Berufsbilder aufzubrechen und Kindern vielfältige Perspektiven auf technische und naturwissenschaftliche Tätigkeiten zu eröffnen. Interessen und Stärken sollen unabhängig von Geschlechterstereotypen wahrgenommen und entwickelt werden. Langfristig soll dadurch auch der Frauenanteil in MINT-Berufen und -Studienrichtungen gestärkt werden.
Das Projekt läuft von 2025 bis 2027 und verbindet verschiedene Bausteine miteinander: die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien, eine Weiterbildung für Lehrpersonen des 2. Zyklus sowie eine Lernwerkstatt für Schüler*innen der 3. bis 6. Klassen.
Weiterbildung und Lernwerkstatt nehmen Form an
Nach dem Projektstart standen zunächst konzeptionelle Arbeiten im Vordergrund. Mittlerweile werden erste Ergebnisse sichtbar und zentrale Projektteile konkretisiert. Aktuell liegt der Fokus insbesondere auf der Ausgestaltung der Weiterbildung sowie auf Evaluationsfragen, die das Projekt begleiten.
Die dreiteilige Weiterbildung richtet sich an Lehrpersonen der 3. bis 6. Klassen und verbindet naturwissenschaftlich-technische Zugänge mit forschend-entdeckendem und interessengeleitetem Lernen sowie konkreten Transfermöglichkeiten in den eigenen Unterricht. Lehrpersonen erhalten Einblicke in ausserschulische Lernorte, sammeln konkrete Unterrichtsideen zu verschiedenen Kompetenzbereichen des Lehrplans 21 und tauschen sich mit Fachpersonen sowie Kolleg*innen aus.
Parallel dazu entsteht die Lernwerkstatt, die im Frühling 2027 stattfinden wird. Dort erleben Schüler*innen, wie sie interessengeleitet mechanische und technische Phänomene erforschen und dabei technische MINT-Berufswelten erkunden können.
Im Entwicklungsprozess zeigt sich zunehmend, wie gewinnbringend bereichsübergreifende Zugänge zwischen NMG und TTG genutzt werden können. Gerade diese Verbindung eröffnet neue Möglichkeiten für kompetenzorientierte Unterrichtssettings.

Vernetzung schafft Sichtbarkeit und Synergien
Zur nachhaltigen Verbreitung der Projektergebnisse in der Deutschschweiz laufen unterschiedliche Transfermassnahmen. Dazu gehört unter anderem eine institutionsübergreifende Kooperation mit dem Institut für Bildungswissenschaften IBW der Universität Basel und der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz. Der fachliche Austausch stärkt die Verbindung zwischen verschiedenen Bildungsstufen und eröffnet zusätzliche Perspektiven für die Projektentwicklung.
Gleichzeitig vernetzt sich das Projektteam mit Institutionen, die ähnliche Ziele verfolgen. Gemeinsam sollen Sichtbarkeit geschaffen und Synergien genutzt werden, um die Wirkung der verschiedenen Initiativen zu stärken. Aktuell bestehen Austauschformate unter anderem mit Swissmechanic Zentralschweiz, SVIN, focusMINT sowie Juumps. Weitere Vernetzungen befinden sich derzeit im Aufbau.
Ein wichtiger Praxisbezug innerhalb der Weiterbildung entsteht zudem durch die Zusammenarbeit mit dem Swissmechanic Ausbildungszentrum Zentralschweiz. Im ersten Weiterbildungsblock erhalten die Teilnehmenden dort authentische Einblicke in technische Ausbildungs- und Arbeitsfelder und kommen mit Fachpersonen aus der Berufspraxis ins Gespräch.
Role Models machen Vielfalt sichtbar
Ein besonders sichtbarer Teil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit Role Models. Inzwischen konnten bereits acht Frauen aus technisch-naturwissenschaftlichen Berufsfeldern für das Projekt gewonnen werden, darunter Fachpersonen aus den Bereichen Maschinenbau, Softwareentwicklung, Wasserforschung sowie Gebäude- und Elektrotechnik.
Die Porträts zeigen bewusst unterschiedliche Lebens- und Berufswege. Neben Einblicken in den Arbeitsalltag stehen auch persönliche Erfahrungen, Interessen und Bildungswege im Mittelpunkt. Dadurch entstehen vielfältige Identifikationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.
Aktuell wird das Netzwerk der Role Models weiter ausgebaut. Gesucht werden insbesondere Auszubildende und Berufsfrauen aus klassischen MEM-Berufen, beispielsweise Polymechanikerinnen. Damit soll bewusst auch der duale Berufsbildungsweg als gleichwertiger und spannender Bildungsweg neben akademischen Laufbahnen sichtbar gemacht werden.
Die Role-Model-Porträts fliessen direkt in die Unterrichtsmaterialien, die Weiterbildung und Lernwerkstatt ein. Erste Ergebnisse sind bereits auf der Projektwebsite sichtbar und sollen künftig zusätzlich über Zebis digital zugänglich gemacht werden.
Anna,
Maschinenbauingenieurin
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Gemeinsam weiterdenken
Auch Studierende werden aktiv in das Projekt eingebunden, unter anderem im Rahmen von Praxis- und Bachelorarbeiten. Diese Zusammenarbeit bringt für beide Seiten einen Mehrwert: Studierende erhalten praxisnahe Einblicke und können eigene Fragestellungen bearbeiten, während das Projekt von zusätzlichen Perspektiven, Ideen und Ressourcen profitiert.
Darüber hinaus konnte das Projektteam im Rahmen des jährlichen Dozierendenweiterbildungsseminar der Hochschule Luzern am Departement für Technik & Architektur einen Workshop zum Thema Gendersensibilisierung in der Hochschullehre durchführen und damit weitere Impulse in die Hochschullandschaft einbringen.
Schon heute zeigt sich, wie die verschiedenen Projektteile zunehmend zusammenfinden: Unterrichtsmaterialien, Weiterbildung, Lernwerkstatt und Role-Model-Porträts greifen immer stärker ineinander. Damit wird Schritt für Schritt sichtbar, wie Kinder für MINT-Themen sensibilisiert und vielfältige Perspektiven auf technische und naturwissenschaftliche Berufswelten eröffnet werden können.

